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Akzeptanz von neuen Technologien am Beispiel der VR-Brille für den Pflegeunterricht an der Zentralen Ausbildungsstätte für Pflegeberufe (ZAfP) in Worms
Susanne Lusiardi
Eine VR-Brille für den Unterricht anzuschaffen ist eine rationale, funktionale und ökonomische Angelegenheit. Die VR-Brille in die unaufgeregte Nutzung zu bringen dagegen ein emotionales Anliegen. Damit dies gelingt, ist der Einsatz der VR-Brille vorab realistisch einzuschätzen und die Grenzen der VR-Brille für den Unterricht anzuerkennen, um Enttäuschung oder Ablehnung vorzubeugen.
In folgender Zusammenfassung, ergänzend zu nebenstehender Abbildung, wird das Vorgehen beschrieben, die Wertschätzung zur Nutzung von VR-Brillen für den Pflegeunterricht zu fördern. Die Zielgruppe umfasst die Lehrpersonen der Ausbildungsstätte. Akzeptanz laut Technologie Akzeptanz Modell (TAM) setzt den als positiv empfundenen Nutzen wie auch die einfache, effiziente und angenehme Nutzerfreundlichkeit voraus.
Um konstruktiv und aktiv im Sinne der Akzeptanz handeln zu können, müssen unter anderen Lernstile und Möglichkeiten des asynchronen Lernens (zeitlich und örtlich unabhängiges Lernen) wie auch der Kontext berücksichtigt sein.
Drei Teilschritte werden durchlaufen, um das Ziel zu erreichen.
- Vorbereitung: Es gilt die Stakeholder aktiv einzubeziehen, Bewusstsein zu schaffen und an Bekanntem anzuknüpfen. Diskussionen ist Raum zu geben.
- Umsetzung: Materialien wie Gebrauchsanweisungen „Schritt für Schritt“, Gesundheitsabfragen, Musterbeispiele für den Unterricht oder Teilnahmebescheinigungen, Aktualisierung der Lehrpläne und kollegiale Begleitung sind zu entwickeln und Organisatorisches in die Wege zu leiten
- Verstärkung und Nachhaltigkeit mittels Evaluierung, Feedback und Erweiterung.
Vorgehen:
Eine Reflexion der eigenen Einstellung zur VR-Brille ermöglicht eine gute Vorbereitung. Als Ziele werden die verbesserte Leistung der eigenen Arbeit und die Benutzerfreundlichkeit ohne erhöhte mentale und physische Anstrengung herausgearbeitet. Nutzenaspekte, wie auf dem Plakat dargestellt, bieten wesentliche Argumentationsgrundlagen.
Die technische Hemmschwelle wird über Schnuppereinheiten, in denen die Brille vorgestellt und ohne Erwartungsdruck getestet werden kann, gesenkt. Erste Einsatzideen werden entwickelt. Fachliche Inhalte sind analog, aber auch digital zum Beispiel auf der Bildungsplattform (moodle) hinterlegt. Die kollegiale Begleitung ist eine entscheidende Maßnahme. Hierzu kann die Expertise der durch Lehrpersonen besetzten „Arbeitsgruppe Digitalisierung“ aktiv und unbürokratisch einbezogen werden. Mittels digitaler Pinnwand entsteht ein FAQ zur Unterstützung. Ein Musterbeispiel für den Unterricht (Stichwort: Insellernen), als Blaupause entwickelt, trägt dazu bei, die VR-Brille als eine mögliche Methode in den Unterricht einfließen zu lassen.
Fazit:
Das Konzept wurde im Sommer 2025 im Rahmen der Digitalen Bildungsoffensive (DiBiO) entwickelt. Im Oktober 2025 erfolgten die ersten praktischen Erfahrungen mit der VR-Brille im Unterricht. Evaluierung und Feedback erfolgen fortlaufend.
Eine große Barriere bildeten die negativen Erfahrungen der Lehrpersonen mit zum Teil unausgereiften Technologien, die 1:1 auf die Nutzung der VR-Brille übertragen wurden. Diese Hürde galt es zu überspringen. Aufgrund der gesundheitlichen Einschätzung können und wollen nicht alle Lehrpersonen die Brille nutzen. Dies ist zu akzeptieren. Lehrpersonen setzen die Brille mit steigender Tendenz ein, in der Generalistischen Pflegeausbildung wie auch in der Ausbildung zur Praxisanleitung. Hierbei geben die positiven Rückmeldungen der Auszubildenden Sicherheit in der Technologieroutine. Außenwerbung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für den Einsatz der immersiven, digitalen Methode befeuert den eigenen Anspruch an moderne Unterrichtsmethoden und fördert die eigene Akzeptanz.
Es ist zu betonen, dass dem Einsatz der VR-Brille zwingend eine Didaktik zu Grunde zu legen ist.